Deutsch-polnischer Jugendaustausch in Hamburg
Eine Woche voller Begegnungen, Perspektiven und gemeinsamer Erlebnisse
Vom 20. bis 25. April 2026 durften wir an der Beruflichen Schule St. Pauli unsere Gäste aus Mrągowo in Hamburg begrüßen. Der deutsch-polnische Jugendaustausch besteht bereits seit über 25 Jahren und ist ein fester und wichtiger Teil unserer Schulgemeinschaft. Nachdem im vergangenen Jahr eine Gruppe unserer Schule nach Polen gereist war, fand in diesem Jahr der Gegenbesuch in Hamburg statt.
Unter dem Thema „Berufliche Perspektiven und Alltagskultur in Hamburg – Vergleich mit Mrągowo, Polen“ erlebten die deutschen und polnischen Jugendlichen eine abwechslungsreiche Woche mit vielen spannenden Eindrücken. Gemeinsam erkundeten sie Hamburg, unter anderem bei einer Stadtführung durch die Speicherstadt und die HafenCity, bei einer Space-3D-Tour im Planetarium sowie bei einer kleinen Tour mit der Fähre über die Elbe, durch den alten Elbtunnel und hinauf auf den Turm des Mahnmals St. Nikolai.
Ein besonderer Programmpunkt war die Werksbesichtigung bei der STILL GmbH. Dort erhielt die Gruppe interessante Einblicke in ein großes Hamburger Unternehmen, in Lager- und Arbeitsprozesse sowie in wirtschaftliche Zusammenhänge. Gerade mit Blick auf das Berufliche Gymnasium war dieser Besuch besonders wertvoll, weil hier schulische Inhalte mit echten Unternehmensstrukturen verbunden werden konnten.
Sehr beeindruckend war auch der Besuch im Dialog im Dunkeln. Die Jugendlichen konnten dort erleben, wie sich Alltagssituationen aus der Perspektive blinder Menschen anfühlen – zum Beispiel die Orientierung in unbekannter Umgebung oder das Überqueren einer Straße. Die Gespräche mit den Guides machten diesen Perspektivwechsel besonders eindrücklich und regten viele zum Nachdenken an.
Ein weiterer wichtiger und bewegender Programmpunkt war der gemeinsame Besuch der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Die Auseinandersetzung mit Geschichte, Verantwortung und Erinnerung hatte in der deutsch-polnischen Gruppe eine besondere Bedeutung, da auch viele Menschen aus Polen während der NS-Zeit verfolgt und verschleppt wurden. Der Besuch zeigte, wie wichtig gemeinsames Erinnern und persönliche Begegnungen für ein friedliches Europa sind.
Am Ende der Woche blieb vor allem eines: das Gefühl, dass aus einer Austauschgruppe eine echte Gemeinschaft geworden ist. Trotz unterschiedlicher Herkunft, verschiedener Sprachen und unterschiedlicher Alltagserfahrungen kamen alle schnell miteinander ins Gespräch, lachten zusammen, halfen sich gegenseitig und lernten sich immer besser kennen. Viele neue Freundschaften sind entstanden – und wir hoffen sehr, dass einige davon noch lange bestehen bleiben.
Ein herzliches Dankeschön gilt dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk (DPJW), der Sanddorf-Stiftung, der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hamburg e.V. sowie den Freunden Masurens e.V. für die freundliche finanzielle und inhaltliche Unterstützung dieses Austauschprojekts.




