27. September 2022

Auslandspraktikum in Schweden – Trotz Corona ins Ausland

Hej!

Das „j“ am Ende stimmt, da dieses „Hej“ für „Hallo“ im Schwedischen steht. 🙂

Mein Name ist Nilüfer und ich befinde mich derzeit in der Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten. Bereits vor meinem Ausbildungsbeginn hatte ich den Wunsch, ein Auslandspraktikum zu absolvieren, sodass ich relativ zu Beginn derAusbildung bereits über die angebotenen Auslandsmöglichkeiten recherchierte. Dabei stieß ich über die Website der Berufsschule auf die Organisation „Arbeit und Leben Hamburg“ und ihre Gruppenreisen, die zu bestimmten Zeiträumen stattfinden. Ich entschied für mich ein skandinavisches Land: Schweden!

Bevor ich die Reise antreten konnte, war die Teilnahme an virtuellen Vorbereitungsseminaren erforderlich und ebenfalls eine Kontaktaufnahme zur Partnerorganisation in Lund – die sogenannte Sandson Organisation, die vor Ort passende Praktikumsstellen an die Bewerber vermittelt, nachdem ein Kennenlerninterview durchgeführt wurde. Kurze Zeit später war es endlich soweit und ich machte mich mit dem Bus auf den Weg Richtung Norden! Einen Monat lang lebte ich in einer Wohngemeinschaft mit anderen deutschen Praktikanten zusammen – in einem Haus mit einem fünfminütigen Fußweg an einen Fluss und atemberaubenden Sonnenuntergängen vor der Tür und französischen Nachbarn, die auch Praktika machten.

Auf meine Interessen abstimmend und dem etwaigen Berufsbild passend arbeitete ich in einem Startup – einer legal-tech company namens pinteg -, das eine Software bezüglich der Datenverarbeitung nach dem europäischen Datenschutzrecht (GDPR) entwickelt. Ich recherchierte viel über das Gesetz und erstellte erste Entwürfe für einen diesbezüglichen Kaufvertrag und die allgemeinen Geschäftsbedingungen. Dazu bereitete ich ebenfalls Meetings vor und beriet mich mit einer Arbeitskollegin – einer legal expert. Mein Startup befand sich in dem bekannten Ideon Science Park, der für die Studentenstadt Lund eine bedeutende Rolle hat, da er neben Startups auch der Ort für größere Unternehmen ist und unter anderem viel mit der Universität Lund kooperiert und Studenten miteinbezieht. In dieser Arbeitsatmosphäre lernte ich viele andere Auslandspraktikanten – interns – aus Spanien, Italien und Frankreich kennen. Wir tauschten uns bei Kaffee über unsere Arbeitstage und die anstehenden gemeinsamen Pläne aus, da die Freizeit vor allem auch im Praktikum nicht zu kurz kommen darf! 🙂

Die sogenannten ́fikaś waren die amüsanten, coolen Kaffeepausen, die den Arbeitsalltag verschönerten und die Zeit so wertvoll machten. Mein Redefluss im Englischen verbesserte sich deutlich durch den ständigen Austausch sowohl auf Arbeit als auch bei den Veranstaltungen, Ausflügen, die wir zusammen unternahmen. Schweden ist ein sehr großes Land und dies lernt man besser zu verstehen, wenn die Zeit knapper wird und man noch so viel sehen wollte! Unsere Wochenenden waren voll mit Städtereisen nach Stockholm und Kopenhagen. Außerdem hatten wir das Glück, das alle vier Jahre stattfindende Studentenfestival – Lundakarnevalen – mit tollem Essen und Konzerten mitzuerleben! Eins war klar: Wir hatten die beste Jahreszeit für Schweden gewählt. Den Frühling in dieser Natur zu erleben war toll. Der Strand befand sich in der Nähe und war sehr gut mit dem Bus oder den Fährrädern erreichbar, die wir dort vor Ort ausleihen konnten.

Sonnenuntergang vor der Haustür
Ideon Science Park

Alles in allem war mein Aufenthalt in Schweden sehr bereichernd. Ich lernte sehr viel über das Zusammenleben mit anderen „Fremden“ kennen, die kurze Zeit später zu Freunden wurden. Der Umgang mit Englisch wurde lockerer und ich konnte einen guten Einblick in die (Startup-)Arbeitswelt außerhalb Deutschlands gewinnen. 

An dieser Stelle möchte ich mich selbstverständlich auch bei meiner Kanzlei GvW – Graf von Westphalen bedanken, die mich bei meinem Wunsch nach einem Auslandspraktikum unterstützte und für den Monat freistellte. 

Die schwedischen Erlebnisse haben mir gelehrt, dass ein „Raus aus der Komfortzone“ nur zu stärkeren und unvergesslichen Erfahrungen führen kann. Ich hatte eine einmalige Zeit, an die ich mich sehr gerne und vielleicht sogar mit etwas Fernweh erinnern werde. 

auf dem Weg zum Strand
fika